Landrat: mehr Bürgernähe und weniger Bürokratie

Optionsmodell als Chance für Landzeitarbeitslose

„Wir werden schneller und effektiver mehr Menschen wieder in Arbeit bringen. Die Option ab Beginn des nächsten Jahres wird zu mehr Bürgernähe und weniger Bürokratismus führen.“ Mit diesen Worten hat Landrat Dr. Olaf Gericke am Mittwochabend das Optionsmodell als Chance für die 17 000 Langzeitarbeitslose im Kreis Warendorf vorgestellt. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes Vorhelm und der CDA beleuchtete er die Vorteile auf beiden Seiten. „Eine Optionskommune – Stadt oder Landkreis – regelt die Grundsicherung für Arbeitsuchende in alleiniger Trägerschaft ohne Beteiligung der Agenturen für Arbeit“, gab er eingangs eine Definition.
Das gelte sowohl für die Leistungsgewährung als auch für jede Form der Qualifizierung, Unterstützung und Arbeitsvermittlung aus einer Hand.

Option, so der Landrat, sei eigentlich nur ein kleiner Baustein – wenn auch ein ganz wichtiger – auf der großen Baustelle der sozial- bzw. arbeitsmarktpolitischen Veränderungen. Damit ging er auf die Demografie mit deutlicher Zunahme der mehr als 60-Jährigen und deutlich längerer Lebenserwartung ein. „2060 werden für Ahlen noch 34 000 Einwohner prognostiziert, das sind 20 000 Menschen weniger als heute“, rechnete er vor. Die Auswirkungen seien spürbar in den Bereichen Rente/Altersversorgung, Infrastruktur allgemein, Schulen/Kindergärten, Gesundheitsversorgung und auf dem Arbeitsmarkt, wo es jetzt schon einen Fachkräftemangel gebe.

Die Kostenverteilung gestalte sich wie in der Arge/Jobcentern: Der Bund übernimmt Regelleistungen, Eingliederungsleistungen und Verwaltungskosten in Höhe von knapp 85 Prozent, der Kreis trägt die Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Verwaltungskosten. Bevor die Option Anfang 2012 in Kraft tritt, sollen die 212 Mitarbeiter des Jobcenters/Arge in die Kreisverwaltung integriert werden. Die Vermittlung und das Fallmanagement werden in sechs Regionalteams in Ahlen (2), Beckum, Oelde, Telgte und Warendorf stattfinden. Zusätzliche Sprechstunden werde es in allen anderen Kommunen geben, kündige der Landrat an.

In Warendorf und Ahlen seien größere Umzüge geplant, die Ahlener Dienstelle des Jobcenters zieht aus den bisherigen Büros im Gebäude der Arbeitsagentur in das sanierte Gebäude des Gesundheitsamtes, in Warendorf sollen die Verwaltungszentrale und die Zweigstelle in einem neuen Gebäude der Landwirtschaft in Nachbarschaft zum Kreishaus untergebracht werden.