Wachstum braucht neue Wege! - Oliver Wittke in Dolberg
Dolberg - „Wieviel Planungsgeld dafür allein schon verballert worden ist“, schimpft ein Dolberger. 40 Jahre, das habe sein Vater gesagt, dauere das nun schon mit der Umgehung. Und es würden bestimmt noch mal 40. . .
So weit will nicht nur Oliver Wittke es nicht kommen lassen. Der Generalsekretär der NRW-CDU und ehemalige Verkehrsminister teilte Montagmittag gegen Rot-Grün in Düsseldorf aus. Er ist im Rahmen einer Parteikampagne gegen die Streichung zahlreicher Straßenprojekte im Land unterwegs.
Bekanntlich hatte die Regierung bei vielen Projekten kürzlich auf die Bremse getreten. Auch der Bau der Westumgehung ist zumindest nicht sicher. Zunächst war er aber leicht verspätet. „Wo bleibt unser Oli denn?“ fragte CDU-MdL Berni Recker noch scherzend.
Als Wittke noch Ressortminister war, 2006, da hatte er alle laufenden Straßenplanungen auf ihre Kosten-Nutzen-Relation rechnen lassen. Ergebnis: „Wir haben damals objektiv den Bedarf für diese Umgehung festgestellt.“
Noch sei die Umgehung im Vergleich zu anderen Straßen zwar nicht aus der Liste gestrichen, was Wittke in Gegenwart zahlreicher aus Uentrop herübergekommener CDU-Mitglieder und etlicher Dolberger betonte. Deshalb: „Es muss vor Ort Druck erzeugt werden. Denn das Kind ist noch nicht in den Brunnen gefallen. Aber es sitzt am Rand.“
Druck versucht auch Berni Recker in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter der CDU zu machen - direkt vor Ort in Düsseldorf. Er sei auf seinen SPD-Kollegen Marc Herter zugegangen und habe ihn aufgefordert, sich mit zu engagieren. Der habe gesagt, mit ein paar Jahren Verzögerung rechne sich doch das provisorische Brückenbauwerk am Haarener Weg erst so richtig, was er, Recker, „etwas abenteuerlich“ gefunden habe. Aber Herter habe ihm zugesagt.
Diese 500 000 Euro teure Brücke ist für Reckers Ex-Landtagskollegen Oskar Burkert schlicht Steuergeld-Verschwendung: Hätte man bei der Umgehung etwas mehr Tempo gemacht, hätte man schon längst bauen können.
Zusammen mit CDU-Stadtverbandsvorsitzendem Erhard Richard und dem neuen Ortsunionschef Malte Glunz hatte sich auch Bürgermeister Benedikt Ruhmöller kurz auf dem Dorfplatz gezeigt. Die Westumgehung werde von Dolberg, Uentrop und Ahlen gebraucht. Die Dolberger litten unter dem stets wachsenden Verkehr. Deshalb hoffe er, so Ruhmöller, „dass die Landesregierung zur Vernunft kommt und mit relativ geringem Aufwand eine immer wieder zugesagte Maßnahme rasch umsetzt.“