Afrika ruft: Glunz geht auf Safari
Good bye, Germany. Aussteigergeschichten klingen anders, als die von Malte Glunz. Hinter seiner Entscheidung, dem Ruf der Savanne zu folgen, steckt Substanz. Und die klare Absicht, eine eigene Safarifirma jenseits von Kapstadt zu übernehmen. „Ja, wenn der Afrika-Virus einen erst einmal gepackt hat“, säuselt der Dolberger mit lachender Stimme durchs Telefon. Seinen CDU-Ortsverein lässt er allerdings zurück. Der wird sich in den nächsten Wochen einen neuen Vorsitzenden suchen müssen.
Da sind sie: „Das lachende und das weinende Auge“. Der Abschied einerseits, die Herausforderung auf der anderen, wie der 29-Jährige am Mittwochmittag im „AZ“- Gespräch beteuert. Vor einem Jahr hatte er erst den Vorsitz von Mario Wesselmann übernommen. Jetzt funkt eine „einmalige Gelegenheit“ dazwischen, einen Traum Alltag werden zu lassen. Mit seinem Unternehmen „Glunz Jagdreisen“ schickte der gelernte Berufsjäger bisher andere Weltenbummler in die Ferne. Jetzt packt er selbst.
Im Jahr 2006 hatte Malte Glunz bereits ein halbes Jahr für einen Safari-Veranstalter vor Ort gearbeitet. Mit Nachwirkung. Jetzt - drei Autostunden von Kapstadt entfernt - steigt der Dolberger in ein bereits bestehendes Unternehmen ein, um es später ganz zu übernehmen. Glunz spricht von einer „vertikalen Integration des in Hamm bestehenden Jagdunternehmens.“ Es werde also kein Abschied für immer. Dolberg bleibe Heimat.
Auf einer Fläche von 3500 Hektar wird sich Auswanderer Glunz ab Juli in seine neue Arbeit stürzen, Wildzucht betreiben, Verwaltungsarbeit verrichten und der Jagd nachgehen. „Und sicherlich auch mal Touristen mit ihren Kameras durch die Weiten führen“, wie er schmunzelnd einwirft. „Daktari“ lässt grüßen. Jagdhündin Jade hat der Single übrigens mit auf die Passagierliste seines One-Way-Flugs setzen lassen.
Für Philipp Gößling, gerade erst für die Dolberger CDU an die Spitze des Ortsausschusses getreten, kommt die Nachricht alles andere als überraschend. Malte Glunz habe seinen Abschied frühzeitig im Vorstand bekanntgegeben. Diesbezüglich gebe es auch keinen Zeitdruck bei der Neubesetzung. „Wir gehen davon aus, dass wir einen guten Nachfolger finden werden“, zeigt sich Gößling parteidiplomatisch - und übergeht Nachfragen zu seiner Person. Man sei in Gesprächen, fasse verschiedene Varianten ins Auge - und werde sie auf der Vorstandsversammlung Anfang Juni vorstellen. Danach hätten die Mitglieder das (letzte) Wort.