Internet macht Politik ein Stück transparenter

CDU geht neue Wege

Das Internet verändert die Welt und die Politik vor Ort. Homepage, E-Mail und soziale Netzwerke spielen eine immer größere Rolle, und die Entwicklung geht rasend schnell weiter. Jüngstes Beispiel ist die Diskussion über die Anschaffung von iPads für alle Ratsmitglieder in Ahlen gewesen. Vor 2014 kommt diese Technik zwar nicht, doch erste Weichen sind gestellt.
©Foto:Klaus Ottenberg©Foto:Klaus Ottenberg
Dem Internet noch mehr Beachtung schenken will die CDU-Fraktion in Ahlen. Der Stadtverband verfügt zwar über eine Internetpräsenz und ist auf Facebook sowie auf Twitter vertreten. „Doch die Seite der Ratsfraktion ist vom Aussehen her CDU-bundesweit einheitlich gestrickt“, sagt Fraktionschef Ralf Kiowsky, und das solle sich ändern. Deshalb sei die Idee geboren worden, das CDU-Logo als 1,4 Meter große Buchstaben aus Styropor an markanten Stellen des Stadtgebietes abzulichten. Damit will er das Wir-Gefühl der ehrenamtlich tätigen Politiker stärken. Außerdem soll der Besucher auf der Web-Seite sehen, wer in seinem Wahlkreis die CDU vertritt.

Dass ein moderner Internetauftritt für Parteien wichtig ist, steht für Kiowsky mit Hinweis auf das Sprichwort „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ fest. Dabei räumt er ein, dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zunächst lernen mussten, mit den neuen Medien umzugehen. „Nicht immer ist das ein Generationenproblem“, sagt er. So gebe es viele alte Hasen, die sich mit dem Internet eindrucksvoll beschäftigten, während das Interesse bei manch Jüngeren zu wünschen übrig lasse.

Er persönlich lege als Fraktionschef großen Wert darauf, dass Informationen per E-Mail zeitnah an alle Fraktionsmitglieder weitergeleitet werden, so Kiowsky. „Dadurch haben alle Mitglieder den gleichen Informationsstand, und Fraktionssitzungen können kürzer gefasst werden.“

Die Einführung von iPads begrüße er, so Kiowsky. Wobei man aber auf dem Holzwege sei, wenn man glaube, dass mit der Einführung der Geräte kein Papier mehr ins Haus flattere.

Mit Blick auf die Bürger sieht Kiowsky die Chance, (Kommunal-)Politik durch das Internet ein ganzes Stück transparenter zu machen. „Die Bürger können oft die Zusammenhänge gar nicht verstehen, die im Ausschuss oder Rat entschieden werden. Hier wird die Möglichkeit geboten, auch schwierigere Sachverhalte aufzubereiten“, sagt er. Und damit könne letztendlich auch der Politikverdrossenheit ein Stück weit entgegengewirkt werden.