Mitglieder wünschen sich mehr Mitwirkung bei Meinungsbildung
Die Ortsunionen Nord und Mitte haben sich getraut. Nach einem laut Peter Kuretitsch „heißen Flirt“ haben die beiden bislang eigenständigen Partei-Gliederungen am Dienstagabend die Ehe zur Ortsunion Ahlen-Mitte-Nord besiegelt. Als Zeugen wirkten 24 CDU-Parteimitglieder im Art Hotel einstimmig mit. Gemeinsamkeit mache stark, erhofft sich Stadtverbandsvorsitzender Erhard Richard von diesem Zusammenschluss neue Impulse für die Parteiarbeit und eine größere Schlagkraft.
Verbesserungen mahnten bei der Fusionsversammlung aber auch etliche Mitglieder an, allen voran der ehemalige stellvertretende Landrat Hans Schoppmeyer. Er forderte künftig eine stärkere Einbindung der Basis bei der politischen Meinungsbildung. Diese müsse von unten nach oben und nicht umgekehrt stattfinden. Die Partei müsse der Fraktion die Marschrichtung vorgeben. Viele kommunalpolitische Diskussionen (Haus Holtermann, Piusbrücke, Haushaltssanierung, Schulpolitik und anderes) gingen an den Mitgliedern vorbei. Entscheidend für die Ratsarbeit sei jedoch die Meinung der Partei, sagte Schoppmeyer. Die Bevölkerung müsse spüren, dass sich in der CDU etwas tue. Die Teilnahme von nur 20 Mitgliedern bei einem politischen Aschermittwoch bei Wibbelt bezeichnete Schoppmeyer als „beschämend“.Ins gleiche Horn stieß auch Hans-Dieter Samson. Die Basis werde nur gefragt, wenn alle paar Jahre Posten besetzt werden müssten, aber bei politischen Inhalten bleibe sie außen vor.
Rudolf Jaschka, der neue Vorsitzende der Ortsunion Mitte-Nord, versicherte, dass die Wünsche ernst genommen würden. Er sei dankbar dafür. Die Kritik sei berechtigt, wenngleich nicht alle Rats-Entscheidungen zuvor in den Ortsunionen diskutiert werden könnten, meinte er. „Das muss auch leistbar sein“, verwies Jaschka auf die Holschuld der Mitglieder. Das fehlende Interesse an der Tagespolitik sei traurig, aber dem Trend der Zeit geschuldet, nahm Rudolf Pollex den Vorstand gegen die Vorwürfe in Schutz. Trotzdem gelobten die Funktionäre Besserung. Auch Erhard Richard versprach, dass die politische Meinungsbildung intensiviert, mehr miteinander diskutiert und aktiv Politik gestaltet werde.