Erhard Richard zieht sich zurück

CDU-Stadtverband sucht Nachfolger

Erhard Richard, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Ahlen, tritt nach zwei Jahren an der Spitze zurück ins Glied. In der ersten Juliwoche soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den 59-jährigen Parteisoldaten aus Vorhelm gefunden werden. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz machte der pensionierte Berufsoffizier gestern Nachmittag zudem klar, dass er zwar aktuell über die Reserveliste noch als Ratsmitglied für seinen ausscheidenden Kollegen Christian Prahl nachrücken werde. „Ich sehe diese Aufgabe aber als zeitlich begrenzt an“, sagte er mit Hinweis auf die Kommunalwahl 2014. Im Zuge des innerparteilichen Aufstellungsverfahrens werde er sich nicht um eine Nominierung bewerben.

 Als Grund für seinen Rückzug nannte Richard unter anderem familiäre Gründe. Die kommende sechsjährige Wahlperiode passe da nicht in seine weitere Lebensplanung. Er kündigte aber an, dass er dem neuen Parteivorstand weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen wolle, sofern das gewünscht werde.

„Ich halte es für geboten, dass die Partei jetzt und im Vorfeld der Kommunalwahl den Vorsitz zielbezogen neu regelt“, sagte Richard. Seiner Meinung nach muss die Ahlener CDU von einem Vorsitzenden im Team des Vorstands geführt werden, der der Ratsmannschaft jetzt und künftig angehören sollte, gegebenenfalls durch eine entsprechende Aufstellung.

„Es gibt mehrere Optionen“, zeigte sich Richard hinsichtlich einer Nachfolgereglung zuversichtlich. Namen wollte er indes noch nicht nennen. „Ich will keine Gerüchte streuen“, sagte er. Wenn alles spruchreif sei, werde er die Öffentlichkeit informieren.

Keinen Zweifel ließ Richard daran, dass er seine Aufgaben als Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Ahlen und als neues CDU-Ratsmitglied auf jeden Fall bis zum Ende der jeweiligen Wahlperiode wahrnehmen werde – „in vollem Umfang“.

„Schlagkräftige Strukturen schaffen“

Dass hinter den Kulissen des CDU-Stadtverbands nicht nur Einigkeit herrscht, daraus hat Erhard Richard auf „AT“-Nachfrage keinen Hehl gemacht. „Die Meinungen gehen auch mal auseinander“, räumte er ein. Es sei halt kompliziert, seine Vorstellungen über die Art und Weise der politischen Gestaltung zu vermitteln. „Letztendlich haben wir uns aber immer zusammengerauft“, stellte er fest.

„Einige Dinge habe ich auf den Weg gebracht“, sagte er mit Hinweis auf den Zusammenschluss von Ortsunionen. „Es ist schwer, traditionelle Dinge aufzugeben“, sagte er. Aber der Prozess müsse weitergehen. „Wir wollen schlagkräftige Strukturen.“

Grundsätzlich sei die CDU als größte Volkspartei in Ahlen starken Veränderungen ausgesetzt, so Richard. Zumal es viele kleine Parteien und Gruppierungen gebe. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte er. Es sei unrealistisch zu denken, dass eine der großen Parteien noch einmal in Ahlen eine absolute Mehrheit bekommen werde.