Jahrzehntelang unermüdlich für CDU gewirkt

Hans Schoppmeyer feiert 85. Geburtstag

Er liebt den Widerspruch, auch und gerade in seiner Partei. Der CDU ist der kritische Elder Statesman oft weit voraus. Nun wird ihr früherer stellvertretender Landrat Hans Schoppmeyer 85 Jahre alt. Auch mit 85 Jahren weiß der CDU-Politiker genau, was in der Welt und Ahlen los ist. Wenn Hans Schoppmeyer das Gefühl hat, da passiert Unsinn, dann meldet er sich zu Wort. Er gehört zu den klugen und kritischen Köpfen in seiner Partei und kann im Kampf um eine Sache auch unbequem werden. Die Geschehnisse in Ahlen und in seiner Partei bringen das Blut von Hans Schoppmeyer noch häufig in Wallung. Das ist es wohl, was die Ü-80-Generation von der heutigen Politprominenz unterscheidet: An den alten Politikern wie Hans Schoppmeyer kann man erkennen, wie die Politik sein könnte, wenn jeder einfach das sagt, was er oder sie denkt. Nicht immer zum Gefallen der eigenen Partei.

Seine Partei, die CDU, ist dem 85-Jährigen nicht egal. Deshalb hat er sich in jüngster Zeit auch öffentlich mehrfach zu Wort gemeldet, unter anderem zum parteiinternen Streit um den in Ungnade gefallenen Ratsherrn Norbert Heringloh-Poll. Inzwischen ist Schoppmeyers Ruf nach mehr Basisdemokratie auch bei der Ahlener Parteispitze angekommen, die Besserung gelobt hat.

Hans Schoppmeyer macht sich viele Gedanken um die Zukunft der CDU, vor allem auch um ihr Personal. Er wünscht sich, dass sich die Union in Ahlen bei der nächsten Kommunalwahl wieder breiter aufstellt, die Besten aus allen Bevölkerungs- und Berufsgruppen im Rat vertreten sind.

So wie damals, als Hans Schoppmeyer die Politik entdeckt hat. Der wohl wichtigste Schritt in seinem Leben sei 1952 der Eintritt in die CSU als junger Student in München und sein Engagement für den Wahlkampf von Franz-Josef Strauß gewesen, bekennt der 85-Jährige.

Zurück in Ahlen trat Schoppmeyer in die CDU ein, holte 1961 ein Direktmandat für den Stadtrat, dem er neun Jahre angehörte. 1963 wurde er in den Kreistag gewählt, in dem er 26 Jahre mitgewirkt hat. Nach der Neugliederung des Kreises Warendorf wurde Hans Schoppmeyer zum stellvertretenden Landrat gewählt, dies Amt übte er 15 Jahre bis 1990 aus. Als „Finanzverwalter“ bei der Kreis-CDU (42 Jahre) und als Bundesschatzmeister der Senioren Union (1998 bis 2008) sowie als Mitglied der Finanzkommission der Landes-CDU sorgte Schoppmeyer für schwarze Zahlen.

Das Bundesverdienstkreuz erster Klasse überreichte 2000 der damalige Regierungspräsident Twenhöven dem umtriebigen Ruheständler, für den die Partei immer vor dem Mandat stand, für sein jahrzehntelanges unermüdliches Wirken. 

Zur Person

Als Sonntagskind erblickte Hans Schoppmeyer am 14. Oktober 1928 in Dorsten das Licht der Welt. Die Familie zog nach Meschede um, als sein Vater Dr. Heinrich Schoppmeyer zum Direktor des dortigen städtischen Gymnasiums berufen wurde.

1944 wurde Hans Schoppmeyer von der Schulbank an die Front abberufen, als Luftwaffenhelfer wurde er an der Hennetalssperre, in Appenrade (Dänemark) und in Wien eingesetzt.

Nach Kriegsende machte er in Unna-Königsborn sein Abitur und ging anschließend zum Studium der Wirtschaftswissenschaften nach München. Nach Abschluss des Studiums 1955 absolvierte er eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Gothaer Versicherung.

Mit einer Agentur der Gothaer Versicherung machte er sich 1957 in Ahlen selbstständig. Die Bezirksdirektion leitete er bis zu seinem Ruhestand 1994.

Wie sein Vater, der Direktor des Städtischen Gymnasiums in Ahlen war, ist auch Sohn Hans ein leidenschaftlicher KVer. Während seines Studiums ins München war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung Saxonia geworden.

1974 übernahm Hans Schoppmeyer den Vorsitz im Ahlener Philisterzirkel „Äölske Pott“ von seinem Vater. 1998 gab er dieses Amt nach 20-jähriger Dienstzeit ab.

Schoppmeyer war 20 Jahre Vorsitzender des Kuratoriums Unteilbares Deutschland.

Der ganze Stolz von Hans Schoppmeyer und seiner Ehefrau Elisabeth ist Enkelkind Emma, Tochter von Sohn Axel und seiner Frau, die in Hamburg leben.