Faust appelliert: Kind der Union muss erhalten werden
„Bitte lassen Sie sich nicht von den Kosten ins Bockshorn jagen, das Rathaus ist das Kind der CDU und muss erhalten bleiben.“ Einen leidenschaftlichen Appell für den Erhalt hat am Montagabend Altbürgermeister Herbert Faust an Fraktion und Parteikollegen gerichtet.
Die CDU hatte zu einem Diskussionsvortrag mit Stadtbaurat Andreas Mentz eingeladen. Mehr als 80 Mitglieder waren gekommen und lieferten sich einen regen fairen Schlagabtausch.
Fraktionsvorsitzender Ralf Kiowsky als Moderator legte einen langen Fußmarsch zurück, überreichte er doch jedem Diskussionsteilnehmer persönlich das Mikrofon quer durch den Ratssaal.
Das Ergebnis brachte er nach zwei Stunden dann so auf den Punkt: „Der Abend hat gezeigt, dass die Mehrheit der hier Anwesenden für eine Sanierung des Rathauses ist. Wir werden dieses Meinungsbild in unseren Beschluss einfließen lassen, wir werden die Parteimitglieder mitnehmen auf den Weg.“
Eingangs hatte Stadtbaurat Mentz die einzelnen Lösungsmöglichkeiten vorgestellt. Er machte ebenso wie Bürgermeister Benedikt Ruhmöller keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung die Umzugslösung in die Agentur für Arbeit favorisiert. Ruhmöllers Aussage: „Das ist für uns ein Glücksfall und am wirtschaftlichsten“ wurde gleich zu Beginn schon mit Buh-Rufen quittiert. Die Emotionen wurden auch in den Redebeiträgen deutlich.
Hans Schoppmeyer warnte vor einer weiteren Brache. „Das glaubt doch hier im Saal keiner, dass ein Investor für Hotel und Penthouse gefunden wird. Zu der Sanierung von 31 Millionen Euro käme ja auch noch der Kaufpreis für das Rathaus: „Oder wollen Sie verschenken?“, fragte er Dirk Schlebes von der Stadtkämmerei.
Es sei eine Unverschämtheit seitens der Agentur, eine Frist für eine Entscheidung zu setzen, kritisierte ein Mitglied. Ein Rathaus gehöre in den Mittelpunkt einer Stadt.