Jetzt sind die anderen dran

Theo Kerkmann (CDU, 70) hört im Rat auf

 Dolberg - Er wirkt weder wehmütig noch desillusioniert: Theo Kerkmann (70) hört einfach mit der aktiven kommunalpolitischen Arbeit auf. 
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 Zehn Jahre im Kreistag und 25 im Rat der Stadt, unzählige Sitzungen im Ortsausschuss, den er selbst, als Nachfolger von Clemens Klockenbusch, lange Zeit geleitet hatte – da ist es irgendwann mal genug, sagt der graduierte Betriebswirt, der seit zwölf Jahren im Ruhestand ist: „Ich denke, jetzt müssen andere das machen.“ Theo Kerkmann ist damit eines der Ratsmitglieder, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai nach teils jahrzehntelangem Engagement in der Rats- und Ausschussarbeit aufhören.

 Dolberg - Angefangen hat er ja im Kreistag. 1979 war das, im zweiten Anlauf nach 1975. Theo Kerkmann war da politisch schon erfahren: Der Dolberger übernahm 1972 den Vorsitz der Jungen Union, den er bis 1975 inne- hatte. 1977 kam dann der Vorsitz bei der „großen Schwester“ CDU.

„Ich bin ja 1969 in die CDU eingetreten“, erinnert sich Kerkmann am späten Freitagmorgen in seinem Wohnzimmer an der Lambertistraße 5, als sei es gestern gewesen: „Damals, als Dolberg nach Ahlen kam, habe ich mich für die Interessen Dolbergs werben lassen.“

Die Kommunale Neuordnung ist lange her. Bereut hat er seine fünf Legislaturperioden im Stadtrat nicht, Ihm sei es stets um die Dolberger Interessen gegangen, ohne dabei das Ganze aus den Augen zu verlieren: „Dolberg ist ein abgeschlossener Ortsteil, kein klassischer Stadtteil.“ Da habe man schon seine speziellen Bedürfnisse.

Zehn Jahre im Kreistag seien ein eigener Bereich. Das habe ihm zwar Freude gemacht. „Aber die Ratsarbeit ist näher am Bürger.“ Als seine Vorgänger in der CDU-Spitze, Walter Hesselmann und der frühere Ortsausschussvorsitzende Clemens Klockenbusch, schließlich abtraten, nahm Theo Kerkmann die Aufgabe an – und den Posten des Ortsausschusschefs an.

Wie einem in so langer Zeit die politische Arbeit schmeckt, wenn es doch immer auch um Selbstdarstellung der Parteien und Schaukämpfe vor der Öffentlichkeit geht? „Ach, in den Parteien geht man ordentlich miteinander um. Politischer Streit muss ja nicht dazu führen, dass man anschließend kein Bier mehr miteinander trinken kann.“ Ausnahmen habe es da zwar gegeben. Aber auf die kommt Kerkmann nicht zu sprechen, erwähnt nur gelegentliche „Nachwirkungen“, die auch menschlich länger dauerten. Aber der seit Herbst 70-Jährige redet nicht weiter über Dinge, die in den privaten Bereich gehören.