Ortsunionen wollen Kräfte bündeln
Seitdem Nicole Becker nach Streitigkeiten mit dem Stadtverband im November vergangenen Jahres der CDU und somit auch der Ortsunion Süd den Rücken gekehrt hatte, füllt der bisherige Vize-Chef das Amt des Vorsitzenden kommissarisch aus. Zu diesem Zeitpunkt habe es bereits Pläne zur Fusion gegeben. „Aus diesem Grund ließen wir den Posten des Vorsitzenden vakant“, so Martin Pancke.
Ein Großteil der Mitglieder der Ortsunion Süd sei mehr als 60 Jahre alt. „Das erschwert die Arbeit“, meint Martin Pancke, der mit Beisitzer Henk Kos im Vorstand ziemlich auf sich gestellt ist. „Doch bevor wir uns auflösen, schließen wir uns lieber mit der Ortsunion Ost zusammen. Dadurch sind wir flexibler.“ Berührungsängste gibt es nicht, wie Heinz Günnewig erläutert. Vorstandssitzungen würden bereits seit einem Jahr zusammengelegt. „Mit der Fusion wollen wir neue Leute für den Vorstand gewinnen“, sagt er. So hätten sich unter anderem Christoph Faust und das JU-Mitglied Christoph Aulbur für Posten ins Spiel gebracht.
„Die Arbeit muss auf mehreren Schultern verteilt werden“, so Heinz Günnewig weiter, der auf den Gewinn neuer, junger Mitglieder hofft. Denn: „Austritte sind nicht das Problem; eher sterben die Mitglieder weg.“ Sollte die Fusion vollzogen werden, gibt es von ehemals fünf nur noch drei Ortsunionen in der Kernstadt. Doch Heinz Günnewig weigert sich, diese Organisationsform als Auslaufmodell anzusehen. „Man würde den Vorstandsmitgliedern vor den Kopf stoßen, da nicht alle in dem Vorstand eines Stadtverbandes untergebracht werden können. Außerdem kennen die Leute sich am besten in ihrem Stadtteil aus. Der im Westen weiß nicht, was im Osten abläuft.“
Mit gebündelten Kräften wollen die Christdemokraten Politik vor Ort betreiben. „Süden und Osten sind sehr von der SPD geprägt“, meint Günnewig. „Hier müssen wir aktiver werden.“