Dr. Alexander Berger: Ahlen zuerst!

Motive für die Kandidatur:

 1. Ich trete für die Wahl zum Bürgermeister am 13. September an. Dafür hat mich die CDU Ahlen nominiert. Ich gehöre keiner Partei an, auch wenn ich der Kandidat der CDU bin mit der guten Unterstützung der FDP und der Einladung an andere Parteien, meine Bewerbung ebenfalls zu unterstützen. Meine Kandidatur ist ein Angebot an die anderen Parteien und vor allem an die gesamte Bürgerschaft der Stadt.
 2. Ich bin von Kindesbeinen an ein „Ahlener Gewächs“, immer politisch und vor allem kommunal- politisch interessiert gewesen. Mein persönlicher Einsatz galt bisher meiner Familie, meinen beruflichen Verpflichtungen und in der Freizeit auch dem Ahlener Vereinssport. Ein politisches Engagement hat sich in der Vergangenheit nicht ergeben.

3. Es ist Ausdruck der Stärke der CDU Ahlen, dass sie nach dem Grundsatz handelt: Erst die Stadt, dann die Partei. Ich empfinde es als ehrenvoll, dass die CDU mich gefragt hat, ob ich als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stehe. Ich bringe vielfältige Erfahrungen aus meinem Berufsleben ein, als Verwaltungsfachmann und als Dezernent der Bezirksregierung Münster selbstverständlich auch im Umgang mit der Politik.

4. Vielleicht liegt darin eine besondere Chance, nämlich mit der Wahl eines neuen Bürgermeis- ters parteipolitische Gräben zu überwinden und den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken. Ich will in der Ahlener Kommunalpolitik nicht das Trennende suchen, sondern das Gemeinsa- me finden.

Politische Perspektiven:

Ahlen zuerst!

Ahlen ist meine Heimat. Ein wichtiger Teil meines Lebensgefühls. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier bin ich nicht nur vernetzt, sondern auch fest verwurzelt und geerdet. Aus meiner Sicht ist Ahlen, dank seiner engagierten Bürgerinnen und Bürgern, eine großartige Stadt mit guter Substanz und hervorragendem Potential.

Ich habe aber den Eindruck, meine Sicht wird nicht immer geteilt: Es besteht ein spürbares Miss- verhältnis zwischen subjektiver Wahrnehmung vieler Menschen in der Region und der objektiven Situation von Ahlen. In der Aktienanalyse würde man sagen: Der Börsenwert der „Aktie Stadt Ahlen“ liegt deutlich unter den fundamentalen Daten. Ahlen wird unter Wert notiert. Das muss sich ändern! Es ist an der Zeit, die Stadt in ihrer Wahrnehmung nach außen deutlich zu profilieren und das kommunale Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Ahlener wieder zu stärken.

 

Was macht unsere Stadt aus? Was unterscheidet sie von anderen Städten in der Region?

  1. >  Ahlen ist ein starker Wirtschaftsstandort – mit gutem, mittelständischem Unternehmensmix und einer hohen Anzahl von sehr gut ausgebildeten Fachkräften. Auch die hoch spezialisierte Agrar- und Landwirtschaft trägt ihren wirtschaftlichen Teil dazu bei, dass Ahlen mit ca. 25 Pro- zent den größten Anteil an der Kreisumlage stellt und damit maßgeblich zur Finanzierung des Kreises Warendorf beiträgt. 
  2. >  Ahlen ist eine innovative Ausbildungsstadt – hervorragend geeignet als Entwicklungsort für die junge Generation. In keiner anderen Stadt im Kreis werden mehr Kinder geboren, bekommen mehr Kinder einen Kindergartenplatz, haben Eltern und Jugendliche die Auswahl innerhalb einer gut ausgeprägten Schulinfrastruktur zwischen zwei Gymnasien, einer Gesamtschule und einer Sekundarschule. Es gibt vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten und sogar die Begleitung durch das Berufskolleg vor Ort. Kein Ahlener Schüler muss – wie in anderen Städten der Region üblich – für seine Bildung pendeln. Wir besitzen fast alle Institutionen für einen hervorragen- den Start ins Berufsleben. Fast alle. Es fehlt nur noch der letzte Schritt – Ahlen muss ein eigener (Fach-)Hochschulstandort werden. 
  3. >  Ahlen hat eine bunte kulturelle Vielfalt und Infrastruktur – das Kunstmuseum, das Fritz-Winter Haus und nicht zuletzt die vielfältigen Vereine (z. B. das Schützen- und Heimatwesen, insbeson- dere in den Ortsteilen Dolberg und Vorhelm) und die sportlichen Einrichtungen in Ahlen bieten eine hohe Lebensqualität. Welche Stadt in der Region hat einen Fußball- und einen Handball- verein, die unbestritten das Potential haben, wieder in der 2. Bundesliga zu spielen? Sogar der Boxsport hat in Ahlen Tradition und deutsche Meisterschaften gefeiert. 
  4. >  Ahlen ist energieautark – wir haben eigene Stadtwerke. Wer kann das in den heutigen Fusions- zeiten immer größer werdender Energiegiganten noch von sich behaupten? 
  5. >  Ahlen hat an der Nahtstelle zwischen Ruhrgebiet und Münsterland eine einzigartige infrastruk- turelle Toplage mit Weitblick: 
    1. >  in 10 Minuten zur A1 und der A2 
    2. >  in 20 Minuten zum Oberlandesgericht Hamm 
    3. >  in 30 Minuten zum Domplatz in Münster 
    4. >  und in 40 Minuten zu drei Flughäfen (Münster / Osnabrück, Dortmund und Paderborn)
      und mit der Regionalbahn in 50 Minuten zum Flughafen der Landeshauptstadt Düsseldorf 

 

> Ahlen ist die größte Stadt im südlichen Münsterland mit über 52.000 Menschen aus mehr als 90 Nationen. In Ahlen werden nicht theoretische Konzepte von Integration und Teilhabe doziert, sondern gelebt: „Ahlen zeigt Flagge“ im gemeinsamen Miteinander und feiert jeden Sommer sein „Fest der Kulturen“.

Mit diesen interkulturellen, infrastrukturellen und fundamentalen Kompetenzen darf Ahlen den Führungsanspruch im Kreis und in der Region deutlich machen und selbstbewusster auftreten. Ahlen muss wieder eine zentrale Landmarke im Münsterland werden. Wir dürfen uns vor den anderen Städten der Region nicht verstecken. Wenn wir Ahlen aber nicht weiter in seiner infra- strukturellen und medialen Wahrnehmung nach außen deutlicher profilieren, wird Ahlen weiter versteckt bleiben und stattdessen klein gehalten.

Ich gebe ein ganz profanes Beispiel, das mich jeden Abend um 19.30 Uhr ärgert. Dann läuft im WDR- Fernsehen die Lokalzeit Münsterland. Über Ahlen wird sehr wenig berichtet, und wenn, dann meist wenig Erfreuliches. Das für sich genommen ist schon ärgerlich. Aber das Ärgernis schlechthin ist, dass Ahlen auf der Münsterlandkarte mit den Wetteraussichten der kommenden Tage überhaupt nicht vorkommt. Viel kleinere Städte wie Dülmen, Borken, Warendorf und Hal- tern sind wie selbstverständlich vertreten. Mit welcher Berechtigung? Und mit welcher Berechti- gung nehmen wir das einfach hin?

Wir müssen dafür sorgen, dass Ahlen wieder seinen zentralen Platz als wichtiges Mittelzentrum im Münsterland erhält, und das sicher nicht nur auf der Wetterkarte. Das erreichen wir aber nur, wenn wir die Führungsrolle in der Region annehmen und die Ahlener Bürgerinnen und Bürger mobilisieren unsere Stadt und ihre Ortsteile noch innovativer, menschlicher und lebenswerter zu machen.

Angesichts der politischen Strukturen in Ahlen bedeuten Führungsverantwortung zu überneh- men und Kräfte zu mobilisieren vor allem die Bereitschaft zur parteiübergreifenden Kooperation, um die drängendsten Herausforderungen der Stadt zu bewältigen.

Bei aller in einer lebendigen Demokratie notwendigen politischen Profilierung, Differenzierung und Zuspitzung – eines muss quer durch alle Parteien und Gruppierungen in entscheidenden kommunalpolitischen Fragen immer oberstes Ziel sein:

Zuerst kommt Ahlen!

Zuerst kommt das Wohl der Stadt Ahlen, dann die Parteipolitik. Deshalb rufe ich als Kandidat, der keiner Partei angehört, vor allem zur Kooperation auf. Wir werden die Probleme und Heraus- forderungen der Stadt nur durch einen Schulterschluss zwischen den Parteien lösen können.

 

Die drängendsten Herausforderungen können aus meiner Sicht nur die offen- sichtlichsten sein:

  1. >  Klärung der Rathausfrage 
  2. >  Beseitigung und Entwicklung der gewerblichen Brachen Hundhausen, Nahrath
    und des Holtermannschen Hauses am Markt 
  3. >  aktivere Wirtschaftspolitik unter vollständiger Ausschöpfung des vorhanden
    Förderpotentials 
  4. >  Umsetzung eines Masterplans zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt 
  5. >  deutlichere Profilierung als familienfreundliche und soziale Stadt
    Bei den dargestellten Herausforderungen dürfen wir nicht den Fehler begehen, diese nur als Problemlagen zu betrachten. Sondern als Chancen!
    Welche Stadt hat die Chance, mit den wichtigen anstehenden Projekten die herausragenden Ziele der Stadtentwicklung zu prägen? Die Projekte und die damit verbunden Chancen müssen wir nutzen, um die kommunale Demokratie zu stärken, die Identifizierung der Bürger mit ihrer Stadt zu steigern und dann hieraus eine große Portion Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu generieren, um Ahlen damit tatsächlich noch innovativer, menschlicher und lebenswerter zu machen.
    Diese Ziele können wir nur mit einem systemischem Ansatz und einem mehrstufigen, für die Bürgerinnen und Bürger gut nachvollziehbaren Prozess realisieren. Im Klartext: Wir benötigen nicht nur gute Ideen, sondern und vor allem die entsprechenden Mittel. Finanzielle Mittel. Des- halb werde ich der Haushaltskonsolidierung und der Effizienzsteigerung des Verwaltungshandelns oberste Priorität einräumen. Strukturelle Veränderungen bei den städtischen Beteiligungen, die Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit, auch durch die Nutzung des Kreises als Servicestelle müssen „denkbar“ werden. Wir werden sparsam wirtschaften müssen, damit wir auch zielgerichtet in die Zukunft investieren können. Diese Punkte sind für mich im Rathaus Chefsache.
    Bei den großen Herausforderungen der Zukunft ist auch der demografische Wandel zu bedenken. Dieses gleichermaßen kritische wie erfreuliche Phänomen sollte man ebenso offensiv wie positiv angehen. Kritisch, weil es in unserer Stadt immer weniger Kinder und Jugendliche gibt. Erfreulich, weil wir alle bei relativ guter Gesundheit immer älter werden dürfen. Aus meiner Sicht gibt es darauf nur zwei konsequente Antworten: 
  1. Nicht nachlassen in dem Bemühen, noch kinder- und familienfreundlicher zu werden. Dazu gehört neben einer professionellen Entwicklung der Schullandschaft und der Ganztagsbetreuung auch, der Jugend vielfältige Perspektive und „coole Locations“ für ihre Freizeit zu schaffen. Wa- rum sollte man nicht über privat finanzierte Clubs und Diskotheken nach oder eine kostenfreie WLAN-Zone in der Innenstadt entwickeln. Es müssen Areas geschaffen werden, in denen sich die Jugend gerne aufhält, damit die gewünschten Belebungseffekte eintreten.

 

2. Dafür zu sorgen, dass man auch weiterhin in Ahlen, Dolberg und Vorhelm gut und in Würde alt werden kann. Dazu gehört, dass unsere älteren Menschen so lange wie möglich gut betreut, in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können – bei größtmöglicher gesellschaftlicher Teilhabe. Das heißt aber auch, eine noch deutlichere Kultur des generationenübergreifenden Mitein- anders zu fördern. In Ahlen steckt eine enorme Erfahrung der älteren Generation und jede Menge jugendlicher, kreativer Energie.

Mit dieser enormen Erfahrung und kreativen Energie wird es gelingen, Ahlen, Dolberg und Vorhelm noch innovativer, menschlicher und lebenswerter zu machen. Damit wird unsere Stadt zwangsläufig wieder zum Referenzwert für die Region, in der man uns selbstbewusst nach unserem Versprechen wahrnehmen wird: Ahlen zuerst!