Ahlen - Er war einer, dem das Wohl der Menschen am Herzen lag. So beschreiben politische Weggefährten Reinhold Miketta, der bereits am 2. April im Alter von 86 Jahren verstorben ist.
Reinhold Miketta starb mit 86 Jahren Altbürgermeister Herbert Faust zeigt sich außerordentlich betroffen vom Tod des Parteifreundes, der über viele Jahre das soziale Gewissen der Ahlener CDU und der Ratsfraktion verkörperte. „Reinhold Miketta war ein Idealist“, sagt Faust über seinen Mitstreiter, der ihm als Fraktionsvorsitzender auch in schwierigen Zeiten zur Seite stand. „Er hat stets ausgleichend gewirkt, auch wenn es Streit gab“, erinnert sich Berni Recker, einer seiner Nachfolger im Amt des Fraktionschefs. Auch der Geschäftsführer des Arbeitskreises Jugend- und Drogenberatung Ahlen, Edwin Scholz, ist tief betroffen. „Ohne Reinhold Miketta gäbe es die Drogenberatungsstelle nicht“, stellt Scholz ohne Wenn und Aber fest. Der CDU-Politiker habe zunächst mit Erfolg seine Partei von der Notwendigkeit einer solchen Einrichtung überzeugen müssen und habe später als Vorsitzender entscheidenden Anteil daran gehabt, dass in Ahlen und im Kreis Warendorf das seinerzeit umstrittene Substitutionsprogramm mit Methadon gestartet wurde.
Miketta, Jahrgang 1929, war nach Ende des II. Weltkriegs als Vertriebener nach Ahlen gekommen und hatte zunächst Unterkunft und Arbeit in der Ziegelei Beumer gefunden. Beruflich wechselte er später zu den Stadtwerken, wo er viele Jahre auch als Betriebsratsvorsitzender für die Rechte der Mitarbeiter focht. „Er legte sich oft mit der Geschäftsleitung an“, weiß Berni Recker aus Erzählungen.
Zunächst von 1961 bis 1965 und dann von 1969 bis 1994 gehörte Miketta dem Stadtrat an. Als Ratsmitglied war er in verschiedenen Ausschüssen tätig, zuletzt im Hauptausschuss, im Personalausschuss, im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Sozial- und Familienausschuss als stellvertretender Vorsitzender. Besondere Verantwortung übernahm er als Vorsitzender der CDU-Fraktion. Auch als Mitglied des Kreistages vertrat er über Jahre die Interessen dieser Stadt.
Eines der hervorstechendsten Merkmale war seine Gradlinigkeit. Aus seiner tiefen religiösen Überzeugung als katholischer Christ gestaltete er sein familiäres, berufliches und politisches Leben. Mit seiner Familie trauern viele Freunde und Weggefährten.