CDU und FDP sehen Rat beschädigt

Empörung über Leismann

 Ahlen - Die Causa Leismann und BMA beschäftigt auch weiterhin die Gemüter. „Ich werde das Thema am Montag auf unserer Fraktionssitzung ansprechen“, kündigt der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Kiowsky im Gespräch mit der „AZ“ an.
 Mit Erstaunen habe er am Dienstag registriert, mit welcher Selbstverständlichkeit Herr Leismann an der Sitzung des Finanz- und Personalausschusses teilgenommen habe. Weder für ihn noch für einige seiner Fraktionskollegen seien die ehrverletzenden Angriffe Leismanns auf die Person von Dr. Berger aus der Welt, selbst wenn sich Leismann inzwischen beim Kandidaten entschuldigt habe. „Herr Leismann hat durch sein Verhalten den gesamten Rat beschädigt“, fährt Kiowsky fort. Deshalb könnten die Aussagen so nicht stehen bleiben. „Es ist doch kein Wunder, wenn sich immer mehr Leute angewidert abwenden und nicht mehr wählen gehen wollen“, erklärt Kiowsky. Das dürfe keinesfalls der Umgangston im Rat werden.

Auch Eric Fellmann ist empört. Der FDP-Vorsitzende, der wegen seines Vorwurfs des Wählerbetrugs an die Adresse des parteilosen ausgeschiedenen Kandidaten Rainer Giesecke selbst zur Zielscheibe persönlicher Angriffe geworden ist, kann sich eine weitere Zusammenarbeit im Rat mit dem BMA-Vertreter nicht vorstellen. Fellmann fühlt sich auch durch den Erhalt an ihn gerichteter E-Mails von Leismann mit Vorwürfen gegen seine Person in seiner Ehre verletzt. „Ich werde mit meinem Ratskollegen Norbert Fleischer überlegen, wie wir als Fraktion reagieren“, kündigt der Liberale an. Er persönlich will sich anwaltlich beraten lassen, um mögliche juristische Schritte wegen übler Nachrede und Rufschädigung prüfen zu lassen.

Kein Verständnis bringt Fellmann für das Verhalten der Vorsitzenden der drei Fraktionen auf, die die Kandidatur von Ulla Woltering unterstützen. Mit einer Einstellung nach der Melodie „Alles nicht so schlimm“ oder „War nicht ganz optimal“ könne man das Verhalten Leismanns nicht abtun.

Wie sein CDU-Kollege Kiowsky erwartet Fellmann spätestens in der Ratssitzung am kommenden Dienstag eine offizielle Erklärung. (Quelle: Ahlener Zeitung)