Rede des Ratsherren Ralf Marciniak in der Ratssitzung am 08.05.2008.
Ralf Marciniak Vorsitzender des Ausschusses Soziales, Familien, Frauen u. SeniorenSehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen
des Rates
wir beraten heute das „Integrationskonzept für Ahlen“ und die darin enthaltene „Integrationserklärung für die Stadt Ahlen“.
Was heißt eigentlich „Integration“. Bertelsmann definiert es so:
- Herstellung oder Wiederherstellung eines Ganzen,
Vereinigung, Verbindung, Einordnung eines Gliedes in ein Ganzes.
- In der Politik und Wirtschaft kann die Integration regional begrenzt,
oder weltweit sein. Vorraussetzungen und Gradmesser sind:
Gemeinsame Interessen.
- In der Psychologie bedeutet es das einheitliche zusammenwirken
verschiedener psychischer Prozesse, z.B. Wahrnehmung, Denken, sowie der Vorgang, bei dem u. a. psychische, physische und soziale Komponenten ganzheitlich und passend zusammengeführt werden.
- Die Soziologie sagt aus: Integration ist die Verschmelzung von Einzelpersonen und Gruppen zu mehr oder weniger einheitlichen größeren
Gebilden einer Gesellschaft.
- Der Grad der Integration gilt als Maßstab der Stabilität sozialer Systeme in der Zeit.
Dies sind alles wissenschaftliche Ausführungen, nun aber zu den Problemen vor Ort.
In Ahlen haben 20% der Bevölkerung einen Zuwanderungshintergrund
Eine sehr hohe Zahl, die uns zu stetigem Handeln zwingt.
Unter diesen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist eine große Zahl Menschen die schon seit Jahren Integriert sind.
Es gibt aber leider auch Zuwanderer und Zuwanderinnen die
Integrations Desinteressiert sind, da sie Festgestellt haben, das es sich in einer Parallelgesellschaft hervorragend und ohne große Anstrengungen
leben lässt.
Viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leben bei uns in Stadtteilen in denen man die deutsche Sprache nicht beherrschen muss, um soziale Kontakte zu pflegen, einzukaufen, die Kinder zur Schule zu bringen u.s.w..
Diese Menschen gilt es zu erreichen.
Wie ist es eigentlich dazu gekommen ?
In den 60er Jahren kamen auf Aufforderung die damals so genannten Gastarbeiter mit der Möglichkeit hier auf Zeit Arbeit zu bekommen.
Nach einiger Zeit wurde das Gastarbeiterrecht mit einem Bleiberecht versehen. Fast zwangsläufig folgte das Zuzugrecht für Familienangehörige.
Alles gewollt und gerne gesehen; aber wohl von Bund und Ländern nicht zu Ende gedacht.
Dass unser Land sich langsam veränderte, wollte in Land und Bund niemand so recht wahrnehmen; die Aufgabe der Integration der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger blieb und bleibt insbesondere den Sozialverbänden, Schulen und Kommunen überlassen.
Diese versuchen nun seit Jahrzehnten ihr Möglichstes, um die Integration im Nachhinein zu schultern.
Wir müssen versuchen alle Migranten auf den Weg der Integration zu bringen, sonst ist ein friedliches Zusammenleben auf Dauer recht schwierig.
Wir dürfen dabei niemanden die Kultur oder die Religion nehmen,
im Gegenteil, wir wollen Sie akzeptieren und unterstützen, etwas von Ihnen lernen und sie verstehen.
Dies ist aber keine Einbahnstrasse, auch die Seite der Migranten muss sich unserer Kultur und Denkweise gegenüber offen zeigen und den Prozess offensiv und positiv begleiten.
Dafür sind natürlich bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:
In erster Stelle muss nach Ansicht der CDU – Fraktion für Migranten das
Erlernen und Benutzen der deutschen Sprache stehen!
Hierfür gibt es vielfältige Möglichkeiten und Angebote in der Stadt Ahlen.
Es muss Selbstverständlich sein das man sich in Deutsch verständigen kann.
Es darf nicht sein das nur der gesetzliche Druck von Sprachunterricht über 600 Wörter, oder über die Kindergärten zur Prüfung der Einschulungsfähigkeit Maßstab ist.
Sprache und Bildung sind für die Zukunft der jungen Migranten in unserer Gesellschaft von allergrößter Wichtigkeit;
Ohne sie ist es so gut wie unmöglich z. B. Arbeit zu finden.
Kinder und Jugendliche müssen im persönlichen Umfeld tagtäglich mit der deutschen Sprache umgehen.
Dies gelingt nur wenn die Erwachsenen hier als Vorbild gelten.
Zu erwarten ist aber auch das die demokratischen Grundhaltungen eingenommen, unser Grundgesetz akzeptiert und die Werte auf das Leben in Deutschland angewandt wird.
Auch muss es selbstverständlich sein, das die Teilhabe am öffentlichen Leben nicht nur auf einen Stadtteil in Ahlen bezogen wird, sondern das die
ganze Stadt als gemeinsamer Lebensraum gesehen wird.
Eine Parallelgesellschaft muss überflüssig werden.
Die Stadt Ahlen, verschiedene Institutionen und Verbände halten bereits heute eine große Palette an Angeboten zur Sprachförderung und Integrationsarbeit vor.
Das vorliegend Integrationskonzept für Ahlen bietet nach Ansicht der CDU-Fraktion eine hervorragende Basis für zukünftige Handlungen.
Die Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure war überfällig.
Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für Ihre Arbeit.
Das Integrationskonzept ist nicht in sich abgeschlossen, sondern der Start zu einem permanenten Handeln.
Die CDU-Fraktion wird auch in Zukunft alle Anstrengungen zur Integration, mit Ihren Möglichkeiten unterstützen.
Die CDU-Fraktion wird dem Integrationskonzept und der Integrationserklärung zustimmen.
Ich Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Ralf Marciniak
Vorsitzender des Ausschusses
Soziales, Familien, Frauen u. Senioren