Integrationsbeauftragte der Stadt Ahlen bei der CDA
Zu Besuch bei der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Ahlen (CDA) stellte die Integrationsbeauftragte der Stadt Ahlen Frau Dipl. Päd. Ursula Woltering den erstmals vorgelegten „Sozialbericht zur Lebenssituation von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Ahlen“ sowie das „Integrationskonzept für Ahlen“ vor.
Zwanzig Prozent der Menschen in Ahlen haben eine Zuwanderungsgeschichte, so Frau Woltering in ihrer Einleitung des Vortrages. Die größte Gruppe stellen hier Migrantinnen und Migranten aus der Türkei, deren Familien meist ursprünglich in den sechziger und siebziger Jahren als Arbeitskräfte für die Kohleförderung angeworben wurden. Viele dieser Menschen entschieden sich für Deutschland als neuen Lebensmittelpunkt und leben so als Familie schon über mehrere Generationen in Deutschland.
Zur Förderung der Integration benötigten Menschen mit Zuwanderungsgeschichte klare und eindeutige Informationen und Rahmenbedingungen sowie Unterstützungsangebote, um sich in der neuen Lebenssituation zurechtzufinden, um im Gemeinwesen, in Ausbildung und Arbeit Anschluss zu bekommen. Der Integrationsprozess in Ahlen wird von dem Engagement, der Kooperation und inhaltlichen Abstimmung vieler Verbände, Einrichtungen, Trägern und Einzelpersonen getragen und in gemeinsamer Verantwortung weiterentwickelt und umgesetzt. Die Daten und Erfahrungsberichte wurden in ca. 100 Interviews aufgenommen. Neben den Kindertageseinrichtungen, den Grundschulen und weiterführenden Schulen wurden die Integrationsfachdienste und Träger von Angeboten wie z.B. Wohlfahrtsverbände befragt.
Durch die Interviews konnte herausgestellt werden, dass viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Ahlen sehr gut integriert sind und ein erfolgreiches Leben führen. Deutlich wurde aber auch, dass zahlreiche Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte leider nur wenig am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt Ahlen teilnehmen und geringe Deutschkenntnisse aufweisen. Ihnen fehlen oftmals die Gesprächsanlässe, Bekanntschaften und Freundschaften mit Deutschen, so dass viele keine deutsche Sprachpraxis haben und so gelernte Deutschkenntnisse wieder verlieren. Das betrifft insbesondere auch die nachziehenden Ehegatten, welche nach dem neuen Zuwanderungsgesetz bereits im Heimatland Deutschkenntnisse erwerben müssen.
Weitere Handlungsfelder konnte Frau Woltering durch verschiedene Statistiken, z.B. im Bereich der Alterspyramide der Stadt Ahlen, der geringen Beteiligung an den Ausländerbeiratswahlen bzw. des hohen Anteils an Arbeitslosen unter den ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aufzeigen.
Zudem spielte das Thema des Rückzugs in die eigene Gemeinschaft auch an diesem Abend eine wichtige Rolle. So würde in manchen Familien kaum Deutsch gesprochen, da in allen zum täglichen Leben notwendigen Einrichtungen wie z.B. im Lebensmittelladen, beim Arzt und im Sportverein oft kein Deutsch erforderlich ist. Dies stelle vor allem für die Schulen ein großes Problem dar, da die Kinder aus diesen Familien aufgrund der fehlenden Sprachpraxis oft schlechtere Bildungschancen hätten - eine Benachteiligung, die sich später auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen kann. Diesen Herausforderungen versucht die Stadt durch die vom “Integrationsteam der Stadt Ahlen” angestoßenen Projekte gerecht zu werden. Wichtig ist es diesem Team vor allem, alle gesellschaftlichen Gruppen in Ahlen, Menschen mit Migrationshintergrund wie Einheimische, auf diesem Weg mitzunehmen. Nur gemeinsam sei in der Zukunft ein förderliches Zusammenleben erreichbar. (Weitere Informationen zur CDA unter www.cda-ahlen.de)