CDU-West besichtigte Europas größte Baustelle in Hamm-Uentrop

Doppelblock-Steinkohlekraftwerk beeindruckte die Mitglieder

40 Mitglieder der CDU-Ortsunion Ahlen-West  und politisch interessierte Bürger nahmen am vergangenen Mittwoch an der Besichtigung des RWE Kraftwerks in Hamm-Uentrop teil.  August-Wilhelm Junkermann, Mitarbeiter der RWE, erklärte den Besuchern die Abläufe in einem Kohlekraftwerk. Auch die Energiepolitik, sowie die Umweltbelastungen durch Kohlekraftwerke und anderer Energielieferanten wurde kontrovers diskutiert.
 Auch die Energiepolitik, sowie die Umweltbelastungen durch Kohlekraftwerke und anderer Energielieferanten wurde kontrovers diskutiert.Foto: Klaus Ottenberg Auch die Energiepolitik, sowie die Umweltbelastungen durch Kohlekraftwerke und anderer Energielieferanten wurde kontrovers diskutiert.Foto: Klaus Ottenberg
Das von der RWE Power AG betriebene Kohlekraftwerk nahm 1962/63 mit den Blöcken A und B  mit je 152 Megawatt Leistung seinen Betrieb auf. 1969 erfolgte die Erweiterung durch den Block C mit einer Leistung von 284 Megawatt. Größtes Bauwerk der Anlage ist der Nasskühlturm des Blocks C mit einer Höhe von 122 und einem Durchmesser von 92 Metern. Ende der 1980er Jahre wurde das Kraftwerk mit einer Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlage ausgerüstet. In diesem Zusammenhang wurden zwei 150 Meter hohe Schornsteine durch einen neuen, 200 Meter hohen Kamin ersetzt.

Das Kraftwerk, das ursprünglich für eine Mischfeuerung mit Öl ausgelegt war, wird heute grundsätzlich mit Steinkohle betrieben. 

Derzeit baut die RWE Power AG neben der bestehenden Anlage ein neues hocheffizientes Doppelblock-Steinkohlenkraftwerk. Die Blöcke D und E mit je 800 Megawatt Leistung werden bis Mitte 2011 / Anfang 2012 in Betrieb gehen. Bis dahin werden die Blöcke A und B nicht mehr in Betrieb sein.“ Die Abgase werden über zwei Kühltürme mit jeweils 165 Metern Höhe geleitet, so dass kein Schornstein erforderlich ist“, so August Wilhelm Junkermann.

Die Anlage wird auf dem Areal des seit Mitte der 1970er Jahre geplanten Kernkraftwerks Hamm errichtet, das als 1300 Megawatt-Kraftwerk mit Druckwasser-Reaktor konzipiert war. Dieser Plan wurde 1995 endgültig aufgegeben. Auf dem gleichen Gelände lag auch der THTR-300 (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor mit 300 Megawatt Leistung). Der von 1971 bis 1983 errichtete Prototyp für Hochtemperatur-Reaktoren ging 1985 ans Netz und wurde aus wirtschaftlichen Gründen 1989 stillgelegt.

 „Auch der Standort ist optimal an das Verkehrsnetz angebunden: Die Brennstoffe kommen primär über den Datteln-Hamm-Kanal ans Kraftwerk, so August Wilhelm Junkermann. Von dort wird die Kohle per Band zu den Kohlebunkern der Dampferzeuger gefördert. Eine alternative Versorgungsmöglichkeit kann per Bahn sichergestellt werden. Denn neben dem eigenen Hafen am Ende des Datteln-Hamm-Kanals hat das Kraftwerk Anschluss an das Schienennetz der Ruhr-Lippe-Eisenbahngesellschaft.

Nach der Theorie folgte die Besichtigung. Die RWE stellte einen Reisebus zur Verfügung. So konnte sich die Besuchergruppe  die Baustelle näher ansehen.

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