Faust lädt ein zur Reise durch die Vergangenheit

CDU-Stadtrundgang

Getreu seinem Motto noch aus Bundeswehrzeiten „Was von der Natur kommt, wird der Wind schon trocknen“ hat Herbert Faust am Mittwochabend beim Stadtrundgang einfach den Regengüssen getrotzt. Der Ehrenbürger der Stadt führte seine Gruppe Schutz suchend durch Ahlens alten Stadtkern. Eingeladen hatte die CDU-Ortsunion-Mitte zum Stadtrundgang mit dem Altbürgermeister. Dabei hatte Faust kein festes Programm vorbereitet. „Wir machen einen Spaziergang, und ich erzähle ihnen, was mir dabei einfällt“, sagte er.

Und beim Gang vom Marienplatz über die Nordstraße, die Klostergasse, vorbei am ehemaligen Kloster Rose In der Freiheit, über die Klosterstraße bis zur Marienschule und zum ehemaligen Linnemann-Gelände fiel ihm eine Menge ein. Zumal er selbst in dem Bezirk aufgewachsen und zur Schule gegangen war.

So erinnerte er sich an drei Polizisten, die vom Schlüting kommend die Straße patrouillierten, auf der gerade Jungs Muffensausen bekamen, da mal wieder durch das Fußballspielen eine Glasscheibe zu Bruch gegangen war. Auch den Ort der SS-Versammlungen während der Nazizeit zeigte er den Teilnehmern.

Kunsthistorisch bewandert erläuterte Faust, welche vier Figuren auf der Mariensäule zu sehen sind: der Bistumsgründer, der Heilige Ludgerus, der in Ahlen der Legende nach eine Blindenheilung vollzogen haben soll, der Heilige Bartholomäus als Stadtheiliger von Ahlen, die Heilige Ida von Herzfeld sowie die Ordensschwester Maria Immmaculata Tombrock.

Hinter dem heute geschlossenen, überdachten Hauptportal an der Marienschule befand sich in den 1950er-Jahren das Bauamt: „Eines Tages rief einer der Beamten oben aus dem Fenster um Hilfe, da sie ihn wohl versehentlich eingeschlossen hatten“, erinnerte sich Faust an eine lustige Anekdote. Als Chef der Feuerwehr habe er die Möglichkeit gehabt, ihn mit der Feuerwehrleiter aus der misslichen Lage zu befreien.

Schulleiterin Helga Rohden öffnete die Marienschule, die einige Teilnehmer noch unter dem Namen Nordenschule aus der eigenen Volksschulzeit kannten.

Auf dem Linnemann-Baugebiet erfuhren die Teilnehmer etwas über die dort gefundenen Überreste des Nordstadttores sowie über die dort entstandenen barrierefreien Wohneinheiten und Praxisplätze. Gerade durch solche Bauprojekte auf ehemaligen Gewerbebrachen versuche die Politik neue Wohnkomplexe und Gewerbebetriebe verstärkt an der Peripherie der Innenstadt anzusiedeln, erklärte Faust.