Die Siedlung vor dem Anstieg

Die Vorhelmer CDU-Ortsunion hat am Sonntag die St.-Pankratius-Kirche in Vorhelm besichtigt. Der ehemalige Pfarrer Hermann Honermann führte die rund 30 Besucher durch die alten Gemäuer und referierte nicht nur über die Entstehung des Gotteshauses, sondern auch über die Geschichte Vorhelms. Bereits in der vorrömischen Zeit, 700 vor Christus, gab es im Wibbeltdorf die ersten sesshaften Menschen. Das erste Mal namentlich erwähnt wird das Dorf am Hellbach im sechsten oder siebten Jahrhundert, als die Sachsen das Münsterland besiedelten.

Die Durchreisenden nannten das Dorf „Vor-Helle-Heim“, aus dem später Vorhelm entstand. Es bedeutet so viel wie die Siedlung vor der Helle. Also der Ort vor dem Anstieg. Womit die Beckumer Berge sowie der Galgenberg gemeint sind.

Das genaue Datum der Erbauung von St. Pankratius ist nicht bekannt. „Sie müsste zwischen 1189 und 1193 erbaut worden sein“, so Honermann. „Daher heißt es auch: Vorhelm 800 Jahre und mehr.“ Der genaue Erbauer ist ebenfalls nicht bekannt. Der heilige Pankratius ist der Schutzpatron der Kreuzritter. Eine Überlieferung besagt, dass es vermutlich Ritter waren, die die Kirche errichtet haben.

Das Gebäude überstand die Jahrhunderte aber keinesfalls unbeschadet. „1521 ist es vermutlich abgebrannt, denn kurz darauf wurde die Kirche geweiht. Und dies geschieht in der Regel nur nach der Erbauung“, wusste der ehemalige Pfarrer zu berichten. Abgebrannt ist sie 1632 im 30-jährigen Krieg, als feindliche Truppen in Vorhelm brandschatzten. Die heutige Kirche wurde 1893 unter Pfarrer Feldmann errichtet und erweitert.

Nach der Geschichtsstunde ging es pünktlich um 12 Uhr hoch in Richtung Glockenturm, wo der Pfarrer die Uhr und das Glockenläuten erklärte.

Die Anwesenden staunten nicht schlecht, als es die enge Wendeltreppe hinauf ging. Die Kirchenuhr ist mechanisch und mit einem elektrischen Aufzug und zwei Schlagglocken an der Stirnseite des Turmes für Stunden- und Viertelstundenschläge ausgestattet.

Viele der Besucher fotografierten fleißig, denn „so etwas sieht man nicht alle Tage“, erklärte der Vorsitzende der Ortsunion, Peter Lehmann.