Fachkräfte im eigenen Betrieb ausbilden

CDU-Forum zu Entwicklungen und Chancen des Arbeitsmarkts

Einen Wandel im Bewusstsein der Ahlener sie notwendig – darüber waren sich die Teilnehmer des CDU-Forums „Arbeitsmarkt Ahlen – Entwicklungen und Chancen“ einig. Denn Ahlen als Wirtschaftsstandort habe durchaus seine Vorzüge. Ahlen habe viel zu bieten. Das Problem sei allerdings, dass die Ahlener selber eine schlechte Meinung von der Qualität ihrer Stadt kommunizierten – so der Grundtenor des Forums „Arbeitsmarkt Ahlen – Entwicklungen und Chancen“ am Freitag im „Art-Hotel“. Der CDU-Stadtverband hatte dazu eingeladen.

Diskutierten über den Arbeitsmarkt: Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Erhard Richard, WFG-Geschäftsführer Jörg Stegemann und der Leiter der Arbeitsagentur, Joachim Fahnemann.Foto:AZ	Diskutierten über den Arbeitsmarkt: Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Erhard Richard, WFG-Geschäftsführer Jörg Stegemann und der Leiter der Arbeitsagentur, Joachim Fahnemann.Foto:AZ

Es müsse ein Wandel im Bewusstsein der Ahlener vollzogen werden, indem nicht nur über die Nachteile, sondern auch über die Vorzüge des Standorts gesprochen werde, hieß es am Ende des zweistündigen Gesprächs.

Neben Gastredner Joachim Fahnemann, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Ahlen-Münster, trugen auch Bürgermeister Benedikt Ruhmöller und WFG-Chef Jörg Stegemann ihre Einschätzungen im Art- Hotel vor. Die Diskussionsrunde leitete der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Erhard Richard.

Den Hintergrund der Debatte bildeten Joachim Fahnemanns Ausführungen zum aktuellen Arbeitsmarkt, den Strukturen im Kreisgebiet und Trends zur Bevölkerungsentwicklung. Aufgrund des doppelten Abiturjahrgang, der ab Herbst auf den Ausbildungsmarkt drängt, sieht Fahnemann einen erhöhten Bedarf an Ausbildungsstellen. Mit mehr Stellen ließe sich auch ein drohender Fachkräftemangel abdämpfen, denn die besten Fachkräfte bilde man immer noch im eigenen Betrieb aus. „Diese Strategie rechnet sich sowohl für das Unternehmen als auch für den Standort“, so Fahnemann.

„An den Arbeitslosenzahlen lässt sich bereits ablesen, dass die Wirtschaft stark auf die Jugend setzt, nur 10,3 Prozent der unter 25-Jährigen sind derzeit ohne Job“, zitierte Fahnemann die Statistik. Damit litten die jungen Bewerber weniger stark unter der Wirtschaftskrise als die über 50-Jährigen, bei denen 29,9 Prozent ohne Job sind. Prognosen zeigten allerdings, dass zukünftig jeder Erwerbstätige benötigt werde, um die Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Aufgrund des demografischen Wandels, der sich auch nicht mehr umkehren ließe, müsse man Reserven motivieren und eine bessere Willkommenskultur für Fachkräfte aus dem Ausland schaffen.

„Dass auch in Ahlen ein solcher Mangel an Arbeitskräften entstehen wird, haben viele Verantwortliche in den Betrieben noch gar nicht richtig erkannt“, merkte Benedikt Ruhmöller an. Es sei zentrales Anliegen der CDU, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ein Ziel, das von der gesamten Politik verfolgt werden müsse.

Ferner zeigte sich Ruhmöller erfreut, dass die Arbeitsagentur „in Ahlen so präsent ist“. „Seit dem Jahr 2005 konnte man so eine Reduzierung der Arbeitslosen um ein Drittel erzielen.“

Die Realisierungsmöglichkeiten der WFG stellte Jörg Stegemann vor. Hierbei machte er deutlich, wie viel Potenzial vor Ort vorhanden sei. Die Metallindustrie bezeichnete er als die „Aorta der Ahlener Wirtschaft“. Gerade in der Metallindustrie müsse man auf den Wandel reagieren und Arbeitsplätze für Frauen schaffen.

Darüber hinaus bestehe an der Kombination aus Wohnen und Arbeiten Verbesserungsbedarf. „In den Personalräten der Betriebe sitzen keine Leute mehr, die hier auch wohnen und bei den Lehrkräften der Schulen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab“, so Stegemann: „Diese Leute können den Schülern und Bewerbern nichts mehr über den Standort Ahlen erzählen, da sie ihn selber nicht kennen.“