CDU reißt der Geduldsfaden
Bis auf vage Absichtsbekundungen liegt seit Januar 2012 kein belastbares Konzept vor. Für die CDU-Ortsunion Dolberg der Hauptgrund, von dem Projekt „Westernstadt“ Abstand zu nehmen. Ein entsprechender Antrag hat bereits das Rathaus erreicht. Ist das Projekt „Westernstadt“ eine einzige große Seifenblase? Diese Erkenntnis kann gewinnen, wer sich vor Augen führt, was zwischen Projektverkündung vor eineinhalb Jahren bis heute Greifbares auf den Tisch gelegt wurde – nämlich nichts. So sieht es jedenfalls die CDU Dolberg, wie sie am Dienstag vor der Presse verkündet hat. „Wir raten der Verwaltung zum Ausstieg aus dem Vorhaben“, sagt Vorsitzender Sebastian Theismann.
Haben den Stillstand satt: Theo Kerkmann, Marie-Luise Sumpmann, Jochen Rabe, Philipp Gößling und Sebastian Theismann (v.l.) fordern ein Ende des „Westernstadt“-Projekts. Foto: Christian WolffVon der Betreibergesellschaft ist Ortsausschuss-Vorsitzender Philipp Gößling maßlos enttäuscht: „Wenn Gutachten nicht fertig sind, ist das ja nachzuvollziehen. Aber dass bis heute nicht mal ein Gutachten für die Westernstadt in Auftrag gegeben wurde, dafür habe ich kein Verständnis mehr.“ Versuche Gößlings, während der langen Planungsphase ein persönliches Gespräch einzustielen, verliefen im Sande, beschreibt er. Und WTM-Vertreter Jörg Kopmeier sei erst nach monatelangem Betteln ins Lambertusdorf bewegt worden, um Stellung zu nehmen.
„Nach eineinhalb Jahren war es für uns Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen“, erklärt Sebastian Theismann den Beweggrund, gerade jetzt diesen Antrag zu stellen. „Wir begrüßen es, wenn Investitionen getätigt werden, die Arbeitsplätze bringen und standen dem Projekt anfangs ganz neutral gegenüber.“Inzwischen seien er und seine Mitstreiter aber zu der Überzeugung gelangt, dass dieses Projekt ihren Ortsteil „nicht nach vorne bringt“.