Solare Mobilität muss noch Hürden nehmen
Tönnishäuschen - Solardächer, E-Bikes und Elektroautos: Sie alle tragen bei, der Energiewende auch im privaten Bereich einen Anschub zu geben. Der CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum befasst sich derzeit mit diesem Themenspektrum und verband seine Arbeit mit einem Besuch in Tönnishäuschen – bei der Fachfirma Stapel.
Dass die Energiewende kommen muss, ist heute parteiübergreifender Konsens. Längst sind es nicht mehr nur große Windparks, kommerzielle Solaranlagen oder gar Wasserkraftwerke, die von der Politik in den Blick genommen werden. Es sind die Interessen und Möglichkeiten eines jeden Einzelnen.
Doch während Photovoltaikanlagen auf Privatdächern inzwischen schon „massenkompatibel“ sind und zunehmend Elektrofahrräder in den Fokus von Bürgern aller Altersklassen rücken, haben es Elektroautos noch immer schwer, wie Henning Rehbaum jetzt bei seinem Besuch in Tönnishäuschen feststellte.
Die Stapel GmbH, seit Jahren mit dem Thema „Solare Mobilität“ befasst, gab dem CDU-Landtagsabgeordneten am Dienstagnachmittag einen Überblick. Ein Fazit dabei: „Elektrofahrzeuge sind längst den Kinderschuhen entwachsen“, so Rehbaum. „Wir müssen die Akzeptanz stärken und die Voraussetzungen verbessern, um langfristig die Nutzerquote zu erhöhen und den CO-Ausstoß zu mindern.“
Wolf-Rüdiger Adler erinnert sich in diesem Zusammenhang an die Einführung von Sicherheitsgurten im Pkw. „Da wollen anfangs auch viele nicht mitmachen.“ Heute sei es normal, weil der Sinn von der breiten Masse erkannt wurde.
Andreas Stapel, der selbst im Elektroauto unterwegs ist, kann dies nur bestätigen, schließlich kosten ihn 100 Kilometer mit diesem Gefährt nur etwa 3,50 Euro. Der Akku muss, wenn er komplett leergefahren ist, nur acht Stunden aufladen, was nachts geschehen könne. „Viele sehen nur die große Investition am Anfang – das ist die Hürde, die wir noch überspringen müssen“, ist Stapel überzeugt. „Dazu muss man nicht einmal ein Tankstellennetz aufbauen, denn eine Steckdose hat jeder in seiner Garage.“ Wenn der Strom daraus dann auch noch von der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt wird, wäre die „private Energiewende“ schon perfekt.
Aber: Erst wenn eine höhere Stückzahl nachgefragt und produziert werde, seien Elektroautos günstiger zu haben als im Moment. Dass rund 80 Prozent der Bauteile durch mittelständische Betriebe zugeliefert werden, kann dabei gerade für das Münsterland ein Vorteil sein. Rehbaum: „Die großen Hersteller haben Probleme, die kleinen Betriebe, von denen wir viele haben, leisten Pionierarbeit. Hier kann Wirtschaftsförderung etwas bewirken.“
Auch das Feld der sogenannten E-Bikes ist für Rehbaum, der zugleich Fahrradpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, nicht uninteressant. „Auf lange Sicht muss das Radwegenetz, das bei uns schon mehr als gut ist, noch weiter ausgebaut werden.“ Die Regierungsbezirke planen bereits vielerorts den Bau von Radschnellstraßen, wusste der CDU-Abgeordnete zu berichten. Peter Lehmann ist es zudem ein Anliegen, gerade bei den E-Bikes und Pedelecs, auf das Tragen von Schutzhelmen zu drängen. „Diese Räder sind ja deutlich schneller unterwegs als die normalen Fahrräder.“ Hubertus Beier setzt in diesem Punkt auf Vernunft: „Das nimmt von ganz alleine zu. Vor ein paar Jahren waren die Menschen auch auf den Skipisten auch noch komplett helmfrei unterwegs.“ Es sollte nicht alles per Gesetz herbeigezwungen werden.
Foto Ortstermin in Sachen Solarmobilität: Die CDU-Vertreter Peter Lehmann, Hubertus Beier, Wolf-Rüdiger Adler und Henning Rehbaum (v.l.) besuchten Andreas Stapel (r.) und dessen Team. Sie erlebten unter anderem, wie ein Elektroauto per Stecker aufgeladen wird. Foto: Christian Wolff