Transparenz ermöglicht die beste Kontrolle

Staatssekretär Karl-Josef Laumann lobt Vorhelmer Pläne

 Vorhelm - Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, besuchte auf Einladung der CDU Vorhelm am Freitagnachmittag das Wibbeltdorf. 
Foto:AZ/Ralf SteinhorstFoto:AZ/Ralf Steinhorst

Dort informierte er sich vor Ort an der Baustelle über das neue Seniorenzentrum und hielt auf dem Dorfplatz eine Rede zum Demographiewandel.

Als Staatssekretär für den Themenbereich Patienten und Pflege muss sich Karl-Josef Laumann vor allem mit den demographischen Veränderungen in der Gesellschaft auseinandersetzen. Daher war für ihn auch der Besuch der Baustelle des neuen Seniorenzentrums wichtig, hielt er fest. „So handelt man kommunalpolitisch richtig“, bewertete er später den Standort zwischen Schul- und Hauptstraße, weil Senioren die Möglichkeiten haben, gleich nebenan einzukaufen.

Da Pflege und ärztliche Versorgung gerade im ländlichen Raum im Zentrum seiner Wahlkampfrede standen, griff er auch die medial aufgedeckten Pflegemissstände in Seniorenheimen auf. Zusätzliche Dokumentationspflichten als Kontrolle der Betreiber lehnte er ab. Diese hätten ohnehin schon Überhand genommen. Stattdessen forderte er die Menschen auf, in den Seniorenzentren ein- und auszugehen. Das sei die beste Kontrolle, denn es erzeuge Transparenz.

Nach sechs Jahren der Investitionen in ein neues Kleinkinder-Betreuungssystem müsse schon jetzt damit begonnen werden, die Weichen für ein neues Betreuungssystem für Senioren zu stellen, so der Staatssekretär. Denn die „Babyboomer-Generation“ stehe im letzten Viertel ihrer beruflichen Tätigkeit, die Anzahl der Schulabgänger wird sich aber in wenigen Jahren um 25 Prozent reduzieren: „Wir werden eine große Veränderung in der Bevölkerung erleben“.

Sorgen machte sich Karl-Josef Laumann um die ärztliche Versorgung auf dem Land (die „AZ“ berichtete). Die Landbevölkerung zahle zwar gleiche Krankenkassenbeiträge wie die Städter, werde aber bald keinen Arzt mehr in der Nähe haben. Daher sei es notwendig, angehende Ärzte, die auf dem Land arbeiten wollen, besonders zu fördern.

Kämpferisch machte sich Laumann stark für den inhabergeführten Mittelstand. „Wir brauchen in Europa keine Leute, die Europa nicht wollen“, forderte er die Bürger auf, auch die anstehende Europawahl ernstzunehmen. Ahlen lobte er als eine „Stadt, die den Strukturwandel nach der Zechenschließung beherzt angepackt“ hat.

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