Ganz klar: Lehmann CDU-Chef
Zünftige Blasmusik im Hintergrund, der neue Bürgermeister vor Kopf. Landrat Dr. Olaf Gericke sah Ahlens Christdemokraten am Mittwochabend auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Saal Quante in bester Oktoberfeststimmung. Dem setzte der Stadtverband mit der Wiederwahl von Peter Lehmann noch eins drauf. Mit 53 von 60 Stimmen bei einer Enthaltung und sechs Absagen ein – ja fast – bayrisches Ergebnis.
Der Landrat machte in der Ahlener CDU den Schwung aus, den die Kommunalpolitik jetzt gut gebrauche. „Wir haben die größte sozialpolitische Herausforderung seit der Deutschen Einheit vor der Brust“, schwenkte Gericke um auf die aktuelle Flüchtlingslage. Wörtlich: „Das Land ist in einer Krise. Jetzt ist es an der Zeit, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Auf uns in der Kommunalpolitik kommt es an.“ Allein der Kreis Warendorf werde demnächst 3500 Flüchtlinge haben. Diese Menschen zu integrieren, sei eine riesige Herausforderung. Gericke: „Das sind unsere neuen Mitbürger, um die wir uns kümmern müssen.“ Daher seine Bitte an Berlin: „Nehmen Sie die Signale von der Basis ernst!“ So, wie es jetzt laufe, sage er in aller Deutlichkeit: „So schaffen wir das nicht.“
Landtagsabgeordneter Henning Rehbaum forderte eine gerechte europaweite Verteilung der Flüchtlinge. Oberste Priorität habe, in Not geratenen Menschen schnell zu helfen – und die, die wirtschaftliche Interessen antreibe, beschleunigt zurückzuführen in ihre Herkunftsländer. Rehbaums Seitenhieb ging an die Landesregierung: Es sei ein Skandal, dass NRW das neue Asylpaket durchweichen und die Abschieberegelung unterlaufen wolle.
Der Ahlener CDU gratulierte Henning Rehbaum zum „großartigen Sieg“ bei der Bürgermeisterwahl. Und: „Schön zu sehen, wie ein Team zusammengewachsen ist. Gruß an die FDP.“
Mit Sorgenfalten trat Fraktionsvorsitzender Ralf Kiowsky ans Rednerpult: Frei nach dem Spruch „Wer die Kapelle bestellt, muss die Musik auch bezahlen“ interessiere das weder Düsseldorf noch Berlin. „Wir werden in diesem Jahr Schlüsselzuweisungen von neun Millionen Euro haben – und nicht in der Lage sein, den Haushalt auszugleichen.“ Was bleibe, sei kaum mehr als Mängelverwaltung. Gerade eben raus aus der Rathauskommission, die am Nachmittag tagte, seien auch die jüngsten Zahlen alles andere als erfreulich. Kiowskys Vorwurf in die Hauptstadt: „Was denen in Berlin nicht gelingt, das müssen wir ausbaden.“ Daher appelliere er, vor Ort nicht alleingelassen zu werden.
Vorsitzender Peter Lehmann lenkte in seinem Rechenschaftsbericht die Blicke auf vier von fünf Wahlen seit dem Sommer 2013, bei der die Ahlener CDU die Nase – mit Ausnahme der Europawahl – vorne gehabt habe. Darin eingeschlossen gerade erst die Bürgermeisterwahl. Sein Beifall entbrandendes Lob ging an Dr. Alexander Berger, der mit 300 Termine einen echten Marathon absolviert habe. Lehmann: „Ich habe gleich gesagt: Er ist es, er kann es.“ Mit dem neuen Teamgefühl der vergangenen Wochen wolle die CDU zusammen mit der FDP weitermachen – und die für den Wahlkampf aufgelegte Marke „Ahlen zuerst“ weiterführen. Quelle: Ahlener Zeitung