Jecken sollen sicher feiern können

CDU erwartet Auskunft von Ordnungsbehörde und Polizei

Ahlen - Die von der CDU-Fraktion beantragte Sondersitzung des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen wird am Dienstag, 2. Fe­bruar, um 16 Uhr stattfinden. Einziger Tagesordnungspunkt: die Sicherheitslage an den bevorstehenden „tollen Tagen“.

 
 Welche Maßnahmen will die städtische Ordnungsabteilung zusammen mit der Polizei ergreifen, um die Sicherheit der Jecken an den „tollen Tagen“ in Ahlen zu gewährleisten, insbesondere beim Rathaussturm und am Rosenmontag, wenn Zigtausende auf den Straßen unterwegs sind? Wie schätzen die Behörden die Lage ein? Antworten auf diese Fragen erhofft sich die CDU-Fraktion von der von ihr beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen (AfÖ) am 2. Fe­bruar. Es gehe darum, das „Informationsbedürfnis“ der Bevölkerung zu befriedigen und Vertrauen zu schaffen, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Erhard Richard am Donnerstag bei ei­nem Pressegespräch. Seit den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln und auch nach den jüngsten Vorkommnissen im Umfeld der Flüchtlingsunterkünfte in Ah­len sei das Sicherheitsempfinden vieler Bürger empfindlich gestört, stellt Richard fest.

 

Was wir nicht brauchen in Ahlen, ist eine Bürgerwehr.

Peter Lehmann

 

 

 

Mit der in der letzten Ausschusssitzung von Ordnungsabteilungsleiterin Ga­briele Hoffmann erhaltenen Auskunft, dass im Rahmen der Ordnungspartnerschaft im „normalen Turnus“ ein Austausch mit der Polizei stattfinde, wollen sich die CDU-Vertreter nicht zufriedengeben. „Normal ist in dieser Situation sicher nicht genug“, sagt Martin Hegselmann. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Peter Leh­mann berichtet von zahlreichen An­rufen beunruhigter Bürger, von sprunghaft angestiegenen Verkaufszahlen bei Pfeffersprays und Elektroschockern, von einer deutlichen Zunahme der Anträge auf den sogenannten kleinen Waffenschein. Diese Entwicklung finde er „besorgniserregend“. Für ihn, von Beruf selbst Polizist, steht das Gewaltmonopol des Staates außer Frage. Lehmann: „Was wir nicht brauchen in Ahlen, ist eine Bürgerwehr.“ Aber: „Jeder soll das Gefühl haben, sich sicher in der Stadt bewegen zu können.“

Man müsse ja nicht gleich „vom Schlimmsten ausgehen“, von sexuellen Übergriffen wie in Köln, fügt Ralf Marciniak hinzu. Auch Taschendiebstähle im dichten Gedränge des Straßenkarnevals gelte es zu vereiteln. Wie? Zum Beispiel mit erhöhter Polizeipräsenz oder auch verstärkter Videoüberwachung an neuralgischen Punkten wie dem Marienplatz, stellt sich Peter Lehmann vor. Vor allem aber wünscht er sich eine „offene Kommunikation“ mit den Bürgern, damit diese wissen, wohin und an wen sie sich im Notfall wenden können.(Quelle:AZ)