Prüfauftrag zur mittelfristigen Entwicklung des Bahnhofsumfeldes

Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Ahlen beauftragt die Verwaltung, eine umfassende Entwicklungs- und Prüfvorlage für das
Bahnhofsumfeld zu erarbeiten und dem Fachausschuss und dem Rat zur Beratung und Entscheidung vorzulegen.
Die Prüfung soll insbesondere umfassen:

1. Abgrenzung und Bestandsanalyse

  • Abgrenzung des Untersuchungsraums (Bahnhofsumfeld inkl. Busbahnhof, Technisches
  • Rathaus/Baudezernat, Gebäude der Deutschen Post, relevante Verkehrs- und Freiflächen).
  • Bestandserhebung zu Eigentumsverhältnissen, Nutzungen, baulichem Zustand, städtebaulichen
    Restriktionen (Planungsrecht, Denkmalschutz, Altlasten soweit bekannt) sowie Funktions- und
    Sicherheitsaspekten.


2. Städtebauliche Zielsetzung und Nutzungsbausteine

  • Darstellung eines städtebaulichen Zielbilds für das Bahnhofsumfeld als „Eingangstor“ zur Innenstadt
    (Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Wegeverbindungen, Barrierefreiheit).
  • Prüfung möglicher Nutzungsbausteine, insbesondere:
    • Hotellerie (Business-/Cityhotel, ggf. Serviced Apartments),
    • Büroflächen (innenstadtnah, ÖPNV-affin),
    • ergänzend ggf. Wohnen/Urban Mixed Use, Dienstleistungen
  • Erste Einschätzung der marktlichen Tragfähigkeit (Bedarfe, Zielgruppen) anhand verfügbarer
    Kennzahlen/Marktinformationen.


3. Technisches Rathaus/Baudezernat

  • Prüfung von städtebaulichen Entwicklungsoptionen für das aktuelle Baudezernat/Technisches Rathaus


4. Gebäude der Deutschen Post

  • Prüfung der Rolle des Gebäudes/Grundstücks der Deutschen Post im Gesamtkonzept:
    • Entwicklungsoptionen (Erhalt/Modernisierung, Umnutzung, Neubau),
    • Abstimmungserfordernisse mit Eigentümer/Betreiber,
    • Potenzial als Baustein für Hotel/Büro oder gemischte Nutzungen.


5. Neugestaltung Busbahnhof / Mobilitätsdrehscheibe

  • Prüfung von Varianten zur Neugestaltung des Busbahnhofes (Funktionalität, Sicherheit,
    Barrierefreiheit, Wetterschutz, Beleuchtung, Aufenthaltsqualität).
  • Verbesserung der Verknüpfung Bus–Bahn–Rad–Fußverkehr (z. B. Fahrradabstellanlagen, sichere 
    Querungen, klare Wegeführung).
  • Bewertung möglicher Bauabschnitte zur Aufrechterhaltung des Betriebs.
     


6. Investoren- und Betreibermodell (externe Partner)

  • Prüfung geeigneter Vergabe-/Kooperationsmodelle zur Realisierung (z. B. Konzeptvergabe, 
    Investorenauswahlverfahren, städtebaulicher Wettbewerb mit Investorenteil, Erbbaurecht, PPP-
    Varianten).
  • Entwicklung eines Vorgehens zur aktiven Investorenansprache
  • Klärung möglicher Rollen der Stadt (Flächenbereitstellung, Planungsrecht, Infrastrukturanteile) und 
    Anforderungen an Investoren (Qualität, Nachhaltigkeit, Nutzungsmix).


7. Fördermittel- und Finanzierungsprüfung

  • Prüfung von Förderprogrammen und Finanzierungsoptionen (Städtebauförderung, Mobilitäts-/ÖPNV-
    Förderung, Klimaanpassung/Barrierefreiheit – soweit anwendbar).
  • Grobe Kostenschätzung für städtische Anteile (Planung, Infrastruktur, Busbahnhof) sowie Zeit- und
    Ressourcenplan.
     

8. Vorgehens- und Zeitplan

  • Vorlage eines möglichen Zeitplans
  • Vorschlag für Bürger-/Stakeholderbeteiligung (Anlieger, Gewerbe, ÖPNV-Aufgabenträger, Bahn, Post,
    Polizei/Ordnungsamt).

Frist: Die Verwaltung legt dem Rat bis spätestens 31.08.2026 eine erste Vorlage vor.

Begründung
Das Bahnhofsumfeld ist das zentrale Entree der Stadt und prägt den ersten Eindruck für Besucherinnen und Besucher
sowie die tägliche Mobilität vieler Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig bietet der Bereich durch seine Innenstadtnähe
und die ÖPNV-Anbindung Potenziale für zusätzliche Nutzungen wie Hotellerie und Büroflächen. Eine integrierte
Betrachtung des Busbahnhofs, des Technischen Rathauses/Baudezernats sowie des Gebäudes der Deutschen Post
ermöglicht, städtebauliche Qualität, Sicherheit und Erreichbarkeit zu verbessern und private Investitionen gezielt zu
aktivieren.

gez.
Lehmann
(Vorsitzender)